Zur Geschichte des Rittergutes Poganitz

Erich I., König und Pommernherzog, belehnte 1451 die Grumbkows mit Poganitz. Bei einem Lehen handelte es sich um ein weltliches Gut. Es konnte sich dabei um Ländereien, Rechte, politische Ämter u.a. handeln. Der Lehnsherr (Eigentümer) übergab es in den (zumeist) erblichen Besitz eines Lehnsmannes, Eigentümer blieb der Lehnsherr, Besitzer wurde der Lehnsmann. Direkter Nutznießer wurde der Besitzer, gleichzeitig ging die Verwaltung und Pflege des Lehengutes an ihn. Für dieses Nutzungsrecht erwartete der Lehnsherr Unterstützung bei politischen oder z. B. militärischen Aktionen. Mit dem Lehnseid schworen sich beide die gegenseitige Treue. Es handelte sich also um ein politisch-ökonomisches Beziehungssystem zwischen Lehnsherren und Lehensnehmern und bildete vor allem im Heiligen Römischen Reich die Grundlage der spätmittelalterlichen Gesellschaftsordnung.

Das alte pommersche Adelsgeschlecht der von Grumbkow besaß bereits vor 1400 Gutsbesitz in Hinterpommern (Runow). Ein gleichnamiges Stammhaus „Grumbkow“ existierte im Landkreis Stolp. Poganitz blieb in ihrem Besitz, bis es im 17. Jh. an die Familie von Pirch überging. Lehensbriefe aus den Jahren 1554, 1575, 1608, 1618 und 1621 weisen die Grumbkows jeweils als Besitzer aus.  

Seit 1540 gab es zwischen den Dörfern Poganitz und Gluschen Grenzmarkstreitigkeiten. Da die Besitzer sich nicht einigen konnten, wurden vom Herzog Schiedsrichter benannt.  An Ort und Stelle kamen 1546 zusammen: als verordnete Kommissare waren Martin Zitzewitz zu Muttrin und Ratsherr Jacob Kruse zu Stolp und als Schiedsrichter Hans Zastrow zu Dargeröse und Blasius Chorke zu Vietzke geladen. Hier kam es zu einer Grenzregulierung, die im Rezeß vom 27.08.1590 erneut bestätigt wurde.  

Das 17. Jahrhundert war geprägt von Krieg und Pest:

1618 bis 1648: der 30jährige Krieg

1655 bis 1660: der 2. Nordische Krieg

1672 bis 1679: verschiedene Truppen ziehen durch Pommern

1700 bis 1720: der „Große Nordische Krieg“.

Hinterpommern war im Westphälischen Frieden 1648 zu Brandenburg-Preußen gekommen und nach dem Grenzvertrag von 1653 mit Schwedisch-Pommern (Vorpommern) zogen auch die schwedischen Truppen aus Hinterpommern ab. Der gesellschaftliche Wandel vollzog sich allerdings zunächst langsam. Alte Institutionen blieben vorerst bestehen. Um den Adel nicht gegen sich aufzubringen, wurden ihm Vorteile bzw. Rechte bewilligt, die teilweise sehr zu Lasten größerer Teile der Bevölkerung gingen – so wurde z. B. der unbedingte Gesindezwang erheblich verschärft (s.: Gemeinde-, Bauern- und Schäferordnung 1670).

Über Auswirkungen für Poganitz konnten keine exakten Überlieferungen gefunden werden. Insgesamt war das Leben in Pommern aber stark beherrscht durch das Kriegsgeschehen dieser langen Zeit. Pagel zitiert Schuppius für die Zeit des 30 jährigen Krieges: „Kein Vieh stand in den Ställen, kein Acker war bestellt, die ganze Landschaft war wüst und menschenleer, und Wölfe waren fast die einzigen Lebewesen, die die große Stille unterbrachen“. Allerdings wurde diese Aussage mit Verweis auf Eintragungen in die Kämmereibücher oder auch durch Informationen aus Kirchenbüchern mehrfach widerlegt. Wie auch immer, sicherlich waren es sehr schwere Zeiten, die Bewohner lebten recht armselig.

 

 

Bereits 1542 wurde die Familie von Pirch als Besitzer in einem Lehnsbrief für Poganitz genannt, danach waren die Güter des Bartes von Pirch auf seinen Sohn Christoph von Pirch übergegangen. Neben Wundichow wurde auch Poganitz genannt. Allerdings befand sich Poganitz, wie oben erwähnt, nach dem Lehnsbrief von 1554 in dem Besitz derer von Grumbkow und wurde auch 1621 bestätigt.

In einem der Jahre nach diesem Lehensbrief kam Poganitz dann wieder in den Besitz der Familie von Pirch, genannt als Besitzer ist Gerdt von Pirch. Sein erster Sohn und späterer Besitzer auf Poganitz Claus Curt (Cordt) von Pirch wurde am 16.02.1655 in Poganitz geboren. Er war zweimal verheiratet. Im April 1677 vermählte er sich in Kosemühl (Ev. Ki. Quakenburg) mit der einzigen Tochter des Bogislaw Simon Friedrich von Pirch: Renate Innenborg. Der in Frankfurt/Oder studierte Jurist wohnte nach der Heirat in Kosemühl. Nachdem seine Ehefrau Renate im März 1679 im ersten Kindbett starb, heiratete er ein zweites Mal: Julianna Sophia von Zitzewitz. Sie war die Tochter des Rittmeisters Friedrich Ernst von Zitzewitz auf Lupow und Ehefrau Ide Diana von Dewitz vom Hause Malvin. Lt. Brüggemann verkauften sie das Gut Poganitz am 26.02.1690 an Joachim von Grumbkow für 3000 Reichstaler sowie erblich für das Gut Saviat. Am 16.04.1690 hatte Claus von Pirch Stojentin pfandweise für 5000 Rth. erworben. Hier gebar ihm seine Ehefrau vier Töchter: 1. Lovisa Catharina (*1691); 2. Anna Ephrosina (*1692); Anna Julianna (*1693); 4. Sophia Elisabeth (*1694). Des Weiteren bekam das Ehepaar 4 Söhne.

So gelangte Poganitz 1690 wieder in den Besitz der Familie von Grumbkow. Joachim Ernst von Grumbkow *1637 hatte bereits 1683 das Dorf Lupow von Ernst von Zitzewiz.

Joachim von Grumbkow war als brandenburgischer Staatsminister einer der populärsten Besitzer und bedeutendster Eigentümer aus dem pommerschen Uradel. 90 Rittergüter gehörten ihm, so war er auch Erbherr auf Grumbkow, Runow, Lupow, Zechlin, Vangerske, usw. Im Umkreis von Rexin-Runow und Jugelow-Sorkow besaß er die meisten Güter und galt als der vermögendste Landedelmann in Hinterpommern. Gleichzeitig vereinte er neben dem Staatsministertitel zahlreiche weiter Titel und Funktionen auf sich: Churfürstlich brandenburgisch wirklicher geheimer Staats- und Kriegsrath sowie Generalkriegskommissarius, Oberhofmarschall und Schlosshauptmann ...

Nach seinem Tod wurde der Besitz per Teilungsvergleich vom 14.04.1693 auf seine drei Söhne übertragen. Der Sohn Philipp Otto von Grumbkow *1684 (preußischer Staatsminister) erhielt u. a. das Gut Poganitz, welches er bereits 1706 an die Familie von Pirch veräußerte. Claus Curth von Pirch, der 1704 den Oberhof in Gaffert acquiriert hatte, erwarb das Gut Poganitz zum Preis von 3000 Reichstalern. Er bewohnte allerdings den Oberhof weiter bis 1710. Der Oberhof ging später über in den Besitz des ältesten Sohnes Gerdt von Pirch.

 

Die Hufen-Klassifikation von 1717 (Brüggemann) enthält entsprechend als Besitzer die Eintragung Claus Curth von Pirch. Außerdem :

Bauern á ½ Lh.: 1. Jürgen Pirse; 2. Zimen Wojatzke; 3. Michel Dojenke; 4. Matthias Stolp; 5. Marten Zieper.

Cossäthen: 1. Jürgen Woyeck; 2. Greger Wulff; 3. Jacob Reddel.

 

1727 starb Claus Curt von Pirch in Sockow, bereits 1725 hatte er das Gut Poganitz seinem zweitgeborenen Sohn, dem königlich-preußischen Premier-Lieutnant Ernst Friedrich von Pirch (1689-1761), abgetreten. Dieser war verheiratet mit Anna Margaretha von Massow (+1730). Von ihm erbten seine beiden Söhne den Besitz. 

Ihr erster Sohn Ewald George von Pirch wurde am 24.04.1728 in Poganitz geboren. Ab 1744 besuchte er das Collegium Fridericianum in Königsberg, ab 1747 die Universität Königsberg. 1769 wurde er als Hofgerichtspräsident bestätigt. Als preußischer Justizjurist nahm er in Köslin diese Stellung bis 1797 ein. Unvermählt starb er 1797 an Wassersucht. Ewald George trat sein Erbrecht 1764 an seinen Bruder gegen Zahlung von 5000 Reichstalern ab.

Bei dem zweiten Sohn handelte es sich um Hans Felix von Pirch *um 1736. Er galt als der „Hochwohlgebohrene Erbherr auf Poganitz“ bis zu seinem Tod am 27.11.1805 in Poganitz (69 Jahre). Gleichzeitig war er Erbherr auf Gr. Gluschen und Schochow (Quelle: Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Adligen Häuser, Gotha 1923, S. 492f).

Am 13.05.1762 hatte er in Groß Gluschen, Kr. Stolp: Barbara Maria von Pirch (1743-1817), die Tochter von Georg Ernst von Pirch (1695-1765, Erbherr auf Kl. Nossin, Podel u. Daber) und Ehefrau Dorothea Elisabeth Luise geb. von Somnitz geheiratet. Aus dieser Ehe ging die Tochter Karoline Ernestine von Pirch *21.12.1764 Gr. Gluschen hervor. Sie heiratete den älteren Bruder ihrer Mutter ihren Onkel Nikolaus (Klaus) Heinrich von Pirch *22.08.1736 Kl. Nossin. Nach seinem Tod am 16.11.1808 in Bütow heiratete die Witwe Karoline Ernestine 1809 den preußischen Hauptmann Adam von Pirch.

1779 beschrieb Brüggemann den Zustand von Poganitz folgendermaßen (S.993):

  • 1 Vorwerk
  • 4 Bauern
  • 4 Coßäthen
  • 1 Schulmeister
  • 1 Wassermühle (auf der Feldmark)
  • 15 Feuerstellen
  • Holzung
  • Fischereien in der Lupow
  • In der Stolpschen Synode zu Lupow eingepfarrt

Reisebericht von Antoinette von Massow, geb. von Pirch (1801)

 

Vom 24.08.1801 – 26.10.1801 begab sich Caspar Otto von Massow (1744-1827) mit Gemahlin Antoinette, geb. von Pirch (1771-1821) und Schwägerin Dorothea von Mach (1763-1848) für gut 2 Monate auf eine Reise nach Pommern, Berlin und Potsdam.  Antoinette verfasste während dieser Zeit ein Reisetagebuch. Thomas Bieling entdeckte dieses Tagebuch in einem Familienarchiv als Hinterlassenschaft der Tochter Agnes von Mach, geb. von Pirch und stellte es dem Projekt „Epoche Napoleon“, einer fortlaufenden elektronischen Publikation, zur Verfügung (Quelle: Internet www.epoche-napoleon.net/de/werk/m/massow.html; s.a.: Deutsche Nationalbibliothek, DNB, ISBN 1864-7960).

Auf dieser Reise wurden u. a. die Verwandten in Poganitz besucht. Zu dem Aufenthalt schrieb Antoinette:

 „... Den 9. Oktober erreichten wir das liebe Poganitz und fanden gottlob alles gesund. Mein holder Wilhelm weinte vor Freuden und fand endlich seine Ruhe beim Auspacken der Spielsachen wieder. Nun kam der liebe Schwager Mach mit seinen Kindern und machte die Familiengruppe vollkommen ... da stand der kleine blaue Kaffeetisch am freundlichen Kaminfeuer; auf dem gelben Stuhl saß der theure Vater ... da kamen alle vier Kinder; einer bat um Semmel, der andere Kaffee etc., sie wurden mit doppelten Portionen abgefunden ... so kam Martin, hinter ihm drein die geschäftige Erdmuth und die redliche Bolduanen, welche mich schwesterlich küßte und alles wegen Hans`chen befragte; der liebe Vater sagte ihr kurz: ´Mi leiw Kind, berauhig Di, Du schalst alles erfahren, wenn sie wära wegwäsa;`  sie ging langsam von dannen und begegnete in der Thür dem Gärtner, der in Angelegenheiten zum Vater kam. Dieser wurde eilig entlassen. Er ging, nachdem Kröft hereingeschlichen war. Dies wurde den Eltern zu bunt, und die Uhlen bekam den Auftrag, den Leuten zu sagen, sie sollten für jetzt nicht kommen ... Uhleken küßte Mütterchen dankbar die Hand und sperrte die Ohren auf. Nun konnten wir ruhig die feierliche Stunde beendigen. Dies war aber auch der einzige Tag, wo wir allein waren. Den 19. fuhren wir zusammen mit den theuren Eltern und den lieben Mach`schen Geschwistern nach Guglow bei Bes. v. Zitzewitz zu Mittag...“

Am 15.04.1820 stirbt der Königlich Preußische Major Herr George Ernst Friedrich Ferdinand von Pirch (*err. 1767), Erbensohn des Gerichtsherrn auf Poganitz und Ewaldsgrün im Alter von 52 Jahren an hitzigem Brustfieber. Im Kirchenbuch heißt es: „An ihm verlieren alle Armen und Notleidenden einen milden, sehr zu helfen bereiten Wohlthäter.“

Quelle: KB ev. Kirche Lupow Verstorbene 1820 Nr. 17

Bei Pagel heißt es: „1825 kommt Poganitz in den Besitz der Rieck, dann auf Post und Rieck-Eggebert“. Den Verlauf der Besitzübergabe des Gutes Poganitz in der Zeit zwischen dem Tod des Ferdinand von Pirch 1820 und der Nennung des Rittergutbesitzers Alexander Post bei seiner Eheschließung 1862 konnte schwerlich mit Dokumenten nachvollzogen werden. Die Einwilligung zur Heirat hat die Mutter Post mündlich gegeben. Der Vater wird nicht genannt und konnte somit nicht ermittelt werden, vermutlich war er bereits verstorben.

Der Rittergutsbesitzer auf Poganitz Johann Friedrich Alexander Post *19.02.1824 heiratete erst mit 37 Jahren am 09.05.1862/4 (EKB Wintershagen) die Witwe Elise Franziska Ottilie, geborene Arnold - genannt Eggebert *17.11.1835 in Wintershagen. In einer Familienchronik soll es dazu heißen:

„...wählte sich Tante Elise unter ihren vielen Freiern den Rittergutsbesitzer Alexander Post auf Poganitz als neuen Lebensgefährten, eine Wahl, die alle überrascht hat. Er war nicht nur viel älter als sie, sondern auch mordshäßlich, knorrig und knurrig, hatte einen stets schlagfertigen beißenden Spott für jeden, der ihm zu nahe kam, obgleich er im Grunde seines Herzens gütig war. Im Übrigen ein sehr ehrenhafter und hochgeachteter Mann sowie tüchtiger Landwirt.“ (lt. Martha Wilde, geb. Voigt)

Die Braut Elise kam aus der Pastorenfamilie Arnold und geht zurück auf die Bernsteinhändlerfamilie des Jakob Arnold in Stolp (Ehefrau: Sophie geb. Fiddichow).

Bereits ihr Großvater Johann Ludwig Arnold *18.12.1776 Stolp war von 1804 bis zu seinem Tod Pastor in Weitenhagen gewesen. Seine Ehefrau Charlotte Florentine Tappert/Tabbert-Eggebert hatte den Namenszusatz Eggebert mit in die Ehe gebracht (Eltern: Johann Philipp Tappert-Eggebert u. Anna Florentine geb. Barnwasser-Eggebert).

Der Name soll auf den Arzt Dr. Johann Eggebert zurückgehen, der 1671 eine Stiftung gründete, deren Aufgabe es war, bedürftige Studierende der Familie Eggebert mit einem Stipendium zu unterstützen. Bedingung war, dass sie den Namen Eggebert tragen müssten, damit der Name auch ohne männliche Nachfolger erhalten bliebe. So wurde der Namenszusatz an den Vater Franz Friedrich Julius Arnold *20.05.1805 in Weitenhagen weiter gegeben. Dieser war zunächst als Rektor in Pullnow/Kr. Schlawe und ab 1835 Pastor in Wintershagen tätig (Ordination: 12.07.1835; Emeritierung: 01.10.1857). Seine Ehefrau war Wilhelmine Friederike Christine geb. Kratz (*05.01.1804, +19.05.1875 Stolp).

Sein Bruder Heinrich Ludwig Arnold-Eggebert *18.09.1808, verheiratet mit Minna geb. Ossent, übernahm nach dem Tod seines Vaters 1838 die Pastorenstelle in Weitenhagen und führte sie bis 1879. Danach blieb sie weiterhin in der Familie, denn sein Schwiegersohn, der Mühlenbesitzersohn Ernst Friedrich Hentschel aus Linderode/Sorau, war von 1879-1895 als Pastor in Weitenhagen tätig.

Elise hatte während ihrer ersten Ehe (1854-1861) mit dem Gutsbesitzers auf Strickershagen Hermann Albert Gustav Rieck *27.09.1822 Wussow (u. +20.01.1861 Strickershagen) drei Kinder geboren: Walter Hermann Friedrich *1855, +1881; Erich Gustav Heinrich *1857; Benno Arnold Leo *1858, +1860. Nach der zweiten Eheschließung ist der Wohnsitz in Poganitz.

Am 28.07.1870 wird in Poganitz als Kind zweiter Ehe die Tochter Margarethe Alice Wilh. Friederike Victoria Post-Eggebert geboren. Sie heiratet am 20.03.1890 in Poganitz den Rittergutsbesitzersohn Ernst Conrad Robert von Domarius (gen. Dommer) aus Kleschinz (*1862 – 1903, Eltern: Wilhelm von Domarius u. Pauline geb. Körner). Als Premier-Leutnant in Allenstein, Kr. Allenstein nahm die Vermählten ihren Wohnsitz dort und bekamen dort ihre Tochter Erna Gertrud Hedwig Dorothea *10.12.1893.

Quelle: KB ev. Kirche Pulow Taufen 1870 Nr. 100

1873 bekam das Rittergutsbesitzerpaar Alexander Post und Elise geb. Arnold-Eggebert eine weitere Tochter. Sie tauften diese auf den Namen Johanna Marie Alice Post *11.02.1873 in Poganitz:

Quelle: KB ev. Kirche Lupow Taufen 1873 Nr. 45

Johanna Post heirate 1901 Hugo Wilhelm Nehring. Der Vater der Braut, der Rittergutsbesitzer und Kirchenältester Alexander Post war bereits am 11.11.1891 mit 67 Jahren auf Poganitz (EKB Lupow) gestorben. Ihre Mutter und Witwe Elise Post lebte 1901 in Danzig. Zunächst war Poganitz in den Besitz der Witwe und später auf den aus erster Ehe stammenden Sohn Erich Rieck-Eggebert übergegangen. Erich hatte 1891 Sophie Wilhelmine Luise Held in Hamburg geheiratet. 1914 wurde er in den preußischen Adelsstand erhoben. Aus dieser Ehe gingen drei Kinder hervor:

  1. Edith von Rieck-Eggebert *1892 (oo 1913 auf Poganitz: Georg Richard Friedrich Steifensand, beide überlebten den 2. Weltkrieg nicht);
  2. Walter Heinrich Hermann *1893, abgestürzt 1916 mit dem Flugzeug: Im Sterberegister Ev. Kirche Lupow wird ausgeführt: „Den Heldentod fürs Vaterland starben im Weltkriege 1914/18 aus der Parochie Lupow“, Nr. 61: Am 2. Februar 1916 verunglückte auf dem Flugplatz bei Gotha der Leutnant im braunschw. Husaren-Rgt. 17, abkommandiert zur Flieger Ers. Abt. 3, Walter von Rieck-Eggebert aus Poganitz im Alter von 22 Jahren, beerdigt auf dem Familienfriedhof zu Poganitz;
  3. Erich Kurt von Rieck-Eggebert *1900. Als sein Vater 1931 starb, übernahm er das Erbe. Gleichzeitig war Dr. Erich von Rieck-Eggebert auch Gemeindevorsteher von Poganitz. Lt. Aussagen des Lehrers Bohlmann ist er im 2. Weltkrieg gefallen (lt. Pagel in Rußland).

 

1936 umfasste das Rittergut 737 ha, davon lt. Pagel:

- 470 ha Ackerland

- 34 ha Wiesen

- 5 ha Weiden

- 204 ha Wald

- 12 ha Unland, Hofraum und Wege

- 12 ha Wasserfläche

 

Der Viehbestand umfasste:

- 36 Pferde

- 150 Stück Rindvieh

- 110 Schafe

- 150 Schweine

1945 geriet das Gut unter russische Verwaltung, 120 bis 150 Kriegsgefangene brachten im Herbst die Ernte dort ein. Im Sommer 1945 ging das Gut in polnische Hände, lt. Pagel wurde ein polnischer Administrator eingesetzt.