Flinkow vor 1945

Flinkower Jungmänner

Flinkower Jungmänner

Personenbeschreibung von Friedrich VOLL, geb. 26.12.1904

 

Flinkower Jungmänner, in der Freizeit militärisch ausgebildet, Anfang der zwanziger Jahre.

Friedrich VOLL gehörte auch dazu, war aber oft nicht zu Hause.

Die Gruppe war zahlreicher, als das Bild zeigt.

 

 

 

 

 

 

Die Namen:

 

hintere Reihe von links: Wilhelm SCHULZ, Kurt KLÖTZKE, Gerhard BRANDENBURG, Willi REDMANN, Otto VANDERSEE

 

nächste Reihe von links: Wilhelm VOLL (mit Rad), Berthold BRANDENBURG, Otto RUCH, Franz REDMANN, Max RATTKE, Otto GROSCH (mit Bart, der Ausbilder, sonst Müller), Berthold LIEDKE, Edmuind BRANDENBURG, Franz VOß, Willi MICKLEY, Fritz KRAUSCH, Fritz HOLZ, Emil NEITZEL, Wilhelm HOLZ (mit Rad)

 

kniend bzw. liegend: Willi SEILS, Max SCHULZ, Karl SCHULZ, Karl KNIEBEL und Hugo RUHNKE

Ereignisse im Frühjahr 1945

Im zeitigen Frühjahr 1945 hatte ein Treck mit mehreren Familien aus Ostpreußen auf der Flucht vor der Roten Armee Flinkow erreicht. Ca. 15 Personen mit mehreren Planwagen und den dazugehörigen Pferden machten auf unserem Hof Halt.

Nach meiner Erinnerung blieben sie 4 Tage und zogen dann weiter Richtung Westen. Später sind auch wir zusammen mit Nachbarn aufgebrochen – planlos – um nach 1 Woche Irrfahrt wieder nach Hause zu kommen.

Es war noch Krieg – erst am 8.5.1945 kapitulierte das Deutsche Reich. An den russischen Einmarsch mit den 4 Panzern kann ich mich sehr gut erinnern. Sie schossen mit Maschinengewehren in unser Gehöft – wir suchten hinter unserem Backhaus mit seinen sehr dicken Mauern Schutz – niemand kam zu Schaden.

 

Die Panzereinheit bewegte sich weiter westwärts – es folgte die russische Infanterie und Kavallerie. Sie besetzten den Ort und installierten auf unserem Hof die Militär-Kommandantur.

Es wurden sämtliche noch verwendungsfähigen Männer – alles alte Leute, weil die jüngeren ja im Krieg waren-, dann alle jüngeren arbeitsfähigen Frauen, sämtliche noch verbliebenen Pferde, Kühe und Schweine abtransportiert, in Stolp gesammelt und anschließend nach Osten abtransportiert.

Unsere Familie hielt sich einige Tage auf unserem Dachboden auf – dann mussten wir den Hof verlassen und kamen zunächst in Groß-Strellin bei meiner Oma Ida Tobi unter.

Lage der Höfe Albrecht (Neumühl) und Tobi (Groß Strellin)

Während dieser Zeit fanden auf unserem Hof – in der Kommandantur – auch Untersuchungen, einschl. Folterungen an möglichen NS-Verbrechern statt. Obwohl wir Kinder dann immer nach draußen gehen mussten, hörte man die Betroffenen schreien.

Im September 1945 kam eine polnische Familie – Mutter mit 3 Jungen im Alter von etwa 14-17 Jahren – auf unseren Hof, um diesen zu übernehmen. An einen Vater kann ich mich nicht erinnern – aber den Namen der Familie und die Namen der Jungen habe ich bis heute nicht vergessen. Vermutlich gab es eine offizielle Übernahme-Bescheinigung.

Das Ende 1945

Dietrich und Sigrid Albrecht
Foto: D. Albrecht

Am 22. November 1945 – 2 Tage vor dem 31. Geburtstag meiner Mutter Elise Albrecht, geb. Tobi mussten wir Flinkow – unsere Heimat – verlassen.

Unsere Mutter ging mit uns – Dietrich (6 Jahre) und Sigrid (4 Jahre) – nie in ein Lager, sondern kämpfte sich nach Westen durch.

Am 4. Dezember 1945 erreichten wir per Güterzug und zu Fuß Schleswig-Holstein, wo wir in Bad Segeberg in einem DRK-Hilfskrankenhaus wegen Erschöpfung und Unterernährung für einige Tage untergebracht wurden.

 

Dort trafen wir mit unserem, von den Engländern entlassenen, Vater Max Albrecht zusammen.

 

Dietrich ALBRECHT

(Von Christine Kesselring am 07.02.2025 zur Verfügung gestellt.)