Zur Geschichte von Starkow bis 1945

Kirche

Starkow hatte selbst nie eine eigene Kirche.

Die Bewohner waren zunächst eingepfarrt zur Kirche in Dünnow.

„Anno 1590, am 10. Juli wurde eine General-Kirchen-Visitation im Kirchspiel

Mützenow durch die Fürstlich Stettinisch verordneten General-Visitatoren …

abgehalten.

Aus dem Visitations-Abschied erhellt, daß die Pfarre damals sehr wenig einträglich

gewesen und die Gebäude sämtlich sehr verfallen.

Ferner geht daraus hervor, daß „von dieser Kirchen Salleske vor so enigk Jahren

durch die Belowen abgenommen“, und zu Dünnow damals gelegt worden ist.

Da nun „der Pfarrherr von dem einigen Dorf Mützenow sich schwerlich erhalten kann“,

so wird von der Fürstl. Visitations-Commission verordnet:

„Als soll von nun an Ihrer Fürstlich Gnaden Dorf Starkow nicht mehr mehr nach Dünnow,

sondern nach Mützenow sich zu  der  Kirchen und Gottesdienste halten, dem Pastor

daselbst das Mißkorn (von jeder Hufen 1 Scheffel Roggen usw.) unweigerlich geben und

wie Ihrem Seelsorger Gehorsamb leisten, auch die Kirchen und Pfarrhaus besser

helfen und bauen.“

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Quelle:  „Aus der Kirchenchronik von Mützenow, Kreis Stolp, in Hinterpommern“ von Hermann Raddatz, ehemals Mützenow, dann Herford veröffentlicht u.a. im Zessin-Familienbrief Nr. 7 (1/1999), Seiten 30-38 ISSN 1438-4493

Standesamt

Starkow gehörte zum Standesamtsbezirk Mützenow, Nummer 49.

Die Standesbeamten selbst wohnten aber in Gallenzin bzw. Starkow.

Folgende Standesbeamte und Stellvertreter finden sich in den erhaltenen Unterlagen des Standesamtes Mützenow:

1875 – 1877  August Philip Martin Schumann – Gallenzin Königlicher Amtsvorsteher und Domänenpächter

1877 – 1893 ein Voß - Starkow

1893 – 1921 ein Stüwe - Starkow [vermutlich Ernst Reinhold Stüwe, *1848, †1922]

                  Stellvertreter: 1894 – 1897  Lehrer Karl Wolter

                                         1899 – 1922 Lehrer Otto Hiebsch

1921 – 1928 ein anderer Stüwe - Starkow [vermutlich Ernst Stüwe, *1879, †1929]

                  Stellvertreter: 1921 + 1925 Fessenbecker

                                        1928 Lehrer Karl Haase

1929 – 1945 Lehrer Karl Haase - Starkow

Schule

Eine Schulchronik von Starkow hat es nie gegeben oder sie ist nicht erhalten/überliefert.

Es gibt also keine Zeugnisse über die Gründung einer Schule.

Es sind aber in den Kirchenbüchern von Mützenow Schulmeister in Starkow seit 1748 belegt.

Folgende Lehrer sind bekannt:

 

  • Schulmeister Peter Hoffmeister (* 01.1719 +02.11.1759 in Starkow)
  • Schulmeister Christoph Bohmman
  • Schulmeister Gürgen (Jürgen) Hup(e) (+12.09.1798 in Starkow)
  • Schulmeister Marten(Martin) Hoffmeister (*22.02.1757 in Starkow +03.11.1828)
  • Christian Scheil
  • Lehrer Friedrich (Martin Ferdinand) Höckendorf (*24.12.1793 +27.05.1873 in Starkow)
  • Lehrer Karl(Carl) Samuel Wolter
  • Lehrer Otto Leopold Hiebsch (*24.09.1874 in Dramburg +25.12.1925 in Starkow)
  • Lehrer Gerhard Rudolph (* 07.06.1900 in Bütow (?) + 1972 in Böblingen)
  • Lehrer Karl (Carl) Wilhelm Haase (* 20.08.1882 in Marsow/Krs. Schlawe +22.07.1945 in Starkow

 

 

Schüler 1936 mit Lehrer Rudolph (li) und Lehrer Haase (re)
Foto: M. Gansauge

Gesellschaftliches und politisches Leben

Im Dorf gab es 5x im Jahr Tanz.

Die Tanzveranstaltungen wurden organisiert

-vom Kriegerverein

-vom Sportverein

-vom Gesangsverein

-anlässlich des 1. Mai

-zum Erntedankfest.

Dazu wurden extra Musiker aus Stolp engagiert.

Die Veranstaltungen fanden im Saal des Gasthauses Zessin statt.

An der Landwirtschaftsschule in Stolp gab es eine Volkstanzgruppe, der sich auch viele Mädchen aus Starkow anschlossen. Es gab Auftritte nicht nur im Kreis Stolp, sondern auch z. Bsp. zu Ausscheidungen in Weimar.

 An Himmelfahrt wurden die Pferde vor die Leiterwagen gespannt und alle Männer fuhren nach Jershöft zum Leuchtturm. Bei guter Sicht konnte man vom Top des Leuchtturmes die schwedische Küste sehen. Abends kamen die Männer dann alle „blau“ wieder zurück. Die Arbeiten an diesem Tag (Versorgung des Viehs) wurden ausschließlich von den Frauen verrichtet.

Flucht und Vertreibung

Alle ehemaligen Bewohner wurden in den Jahren 1946 und 1947, wenige später  vertrieben.

Lediglich Käte Zaddach und ihre Mutter Meta Zaddach durften bleiben, und das nur,

weil Käte im Jahr 1949 den Polen Franz Sieradcki geheiratet hat.

Käte Zaddach hatte mit Franz Sieradcki 3 Kinder, 2 Jungs und eine Tochter.

Die beiden Söhne wohnen heute noch in Starkow, die Tochter Weronika ist als

verheiratete Dudka in die Bundesrepublik verzogen.

Käte Zaddach hat ihren Kindern deutsch beigebracht, sodaß man bei einem Besuch heute

den Sohn Edgar (Edek) sehr gut als Dolmetscher gebrauchen kann.