Zur Geschichte von Lupow bis 1945

1. Der Zisterzienserorden, die Svenzonen, der pomerellsche Adel der Puttkamer und von Zitzewitz

Bei Lupow handelt es sich um ein altes Kirchdorf, dass sich bereits 1282 im Besitz des Klosters Kolbatz (Colbaz, Colbatz) befand.

Bei dem Kloster Kolbatz handelte es sich um eine Zisterzienserabteil in Pommern, deren Klosteranlage gut 20 km südöstlich von Stettin im gleichnamigen Dorf lag und von dem Kastellan Wartislaus II. gestiftet worden war. Die einzelnen Abteien waren grundsätzlich selbstständig, unterlagen aber einheitlichen Statuten des Ordens. Das Mutterkloster Citaux war 1098 gegründet worden. Es stand in der Tradition der Benediktiner, allerdings durch Reformen vielfach umgewandelt.

Wappen des Zisterzienserordens

 

Übernommen von: Von Mangouste35 - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0,
https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=7445460

Es entwickelte sich zu einem wichtigen Kolonisationszentrum in Pommern. Das Gründungsjahr wird auf 1174 genannt, weitere sehr bekannte Tochterklöster waren in Pommern z. B. Oliva (1185-1831) und Marienwalde (1294-1539). Durch Schenkungen konnte der Einfluss bei der Christianisierung kontinuierlich erweitert werden. 64 Dörfer konnte das Kloster im Jahr 1323 sein Eigen nennen.

Um 1300 übernahmen die zum Pommerellischen Geschlecht gehörenden Swenzonen (Svenzonen) u.a. auch Lupow. Die Swenzonen gehen auf zwei hohe Verwaltungsbeamte namens Swenzo und dessen jüngerem Bruder Lorenz zurück und hatten über drei Generationen eine große Bedeutung für das Gebiet Stolp-Schlawe, das Ende aber war unrühmlich:

 

„Nach 1357 wird keiner von ihnen in einer Urkunde genannt, ohne daß es irgendeinen anderen Anhaltspunkt für dieses plötzliche Verschwinden gibt als nunmehrige völlige Bedeutungslosigkeit und ein Aussterben des Geschlechts mit den sozial abgesunkenen Vertretern der dritten Generation.“ (Morre, Baltische Studien ... Anmerkung 59/51 – Pagel)

Ein uralter pommerellischer Adel namens von Puttkamer bezieht sich auf die Svenzonen. In vielen Orten, auch in der Umgebung von Lupow, lassen sich Familienmitglieder als Lehnsherren von Gutshöfen finden. Genannt sei hier nur kurz: Martin von Puttkamer 1457 (Sochow), Hans Putkummer 1523 (Sochow), Peter von Putkummer 1523 (Pottangow), Marten Putkummer 1523 (Darsin).

Puttkamer, Puttkammer, Puttkumer – viele Formen sind zu finden, alle sollen auf „putcumer“ aus dem Slawischen zurückgehen und ursprünglich eine slawische Amtsbezeichnung für den Unterkämmerer gewesen sein. In den pommerschen Erbfolgestreitereien führten sie die Regierungsgeschäfte und regierten in Schlawe und Stolp. Der Ritter Peter Putcumer (auch Puthkamer) war herzoglicher Unterkämmerer. Das Stammwappen, der „Fischgreif“, bildet nicht nur das Familienwappen der Puttkamer, sondern kommt auch in verschiedenen Stadtwappen von hinterpommerschen Städten vor. Es war ursprünglich das Wappen der Swenzonen, der Wappenspruch lautete übersetzt: „Künstliches ist nicht von Dauer“. - Ewald von Puttkamer verkaufte Lupow mit Canitz an Joachim von Zitzewitz (auf Jugelow).  Ca. 180 Jahre verblieb Lupow im Besitz der Familie von Zitzewitz. 1590 gab es in Lupow 14 Bauern.

Für die Zeit des 30jährigen Krieges sind speziell für Lupow kaum Daten verfügbar, lediglich zum Schloss Canitz heißt es, dass die im Flusstal der Lupow gelegene Wasserburg im 30jährigen Krieg zerstört und  1683 durch den preußischen Generalkriegskommissar Joachim Ernst von Grumbkow ebendort wieder aufgebaut wurde.

Im Westphälischen Friedensschluss von 1648 kam Hinterpommern zu Brandenburg-Preußen. Aber erst fünf Jahre später zogen die schwedischen Truppen tatsächlich ab. Von 1655 wurden Bestandsaufnahmen durch die Grundherren durchgeführt. Deren Berichte dienten lediglich dem Zweck, steuerbare Hufen anzugeben und nicht, um das Leid und das durchgemachte Elend der Landleute abzubilden. Die alten pommerschen Hufenmatrikel von 1628 stellten keine realistische Grundlage mehr dar, so mussten die Steuerverhältnisse erst neu geordnet werden. Es gab verschiedene Anläufe, die Verhältnisse auf realistischere Grundlagen zu stellen (z.B. 1684 im „Lustrationsmatrikel“, veranlasst durch den Großen Kurfürsten als neuen Pommerschen Landesherr).

2. Die Ära der von Grumbkow auf Lupow

Am 08. Februar 1683 hatte der Generalkommissar Joachim Ernst von Grumbkow (1837-1690) das Dorf Lupow von Ernst F. von Zitzewitz für 100000 Reichstaler erworben und mit den schon im Besitz derer von Grumbkow befindlichen Lehen Groß Runow, Zechlin, Grumbbkow und Rexin zu dem sog. „Lupower Komplex“ zusammengeführt. Bei einem Lehen handelte es sich um ein weltliches Gut. Es konnte sich dabei um Ländereien, Rechte, politische Ämter u.a. handeln. Der Lehnsherr (Eigentümer) übergab es in den (zumeist) erblichen Besitz eines Lehnsmannes, Eigentümer blieb der Lehnsherr, Besitzer wurde der Lehnsmann. Direkter Nutznießer wurde der Besitzer, gleichzeitig ging die Verwaltung und Pflege des Lehngutes an ihn. Für dieses Nutzungsrecht erwartete der Lehnsherr Unterstützung bei politischen oder z. B. militärischen Aktionen. Mit dem Lehnseid schworen sich beide die gegenseitige Treue.

1664 fügte er den ererbten und bereits erworbenen Besitzungen noch das ehemals Puttkammersche Lehen Darsin und Pottangow sowie 1687 einen Teil von Alt Jugelow hinzu. Es handelt sich hier nur um einen Ausschnitt des gesamten Besitzes, zum gesamten Komplex gehörten weitere Lehen bzw. Teile wie der Krug und 2 Bauern von Langeböse, Poganitz, usw. Und selbst im Jahre seines Ablebens 1690 - im Alter von 52 Jahren - erwarb er noch das Lehen Klein Gluschen.

Unter seiner Regentschaft erhielt Lupow (1689) vom Kurfürsten Friedrich III. die Rechte einer Mediatstadt (Stadtrechte). Mediat bedeutet mittelbar im Gegensatz zu immediat (unmittelbar) und führte zu mehr Unabhängigkeit und Eigenständigkeit für die Städte. In der Folge ließen sich z.B. Handwerker nieder, Zünfte konnten eingerichtet u. Werkstätten eröffnet werden.

Joachim Ernst von Grumbkow war zweimal verheiratet. Seine 1. Ehefrau (oo25.02.1672) Lucia Dorothea von Wreech starb 1673 unmittelbar nach der Geburt der Zwillinge Anna Louisa (1673-1686) und Otto Christian (1673-1704). Am 08.01.1678 heiratete er im Berliner Schloss: Gertrud Sophie von Grote. Mit ihr bekam er folgende Kinder: Friedrich Wilhelm (1678-1739), Friedrich Ludwig (1683-1745) Philipp Otto (1684-1752), Karl Ernst (+1703).

Nach seinem Tod am 20.09.1690 kam es 1693 (dem Todesjahr seiner Ehefrau Gertrude Sophie geb. von Grote) zu einem Teilungsvergleich zwischen den hinterbliebenen Söhnen. Nachdem die ersten Erben ebenfalls verstarben, wie z.B. Karl Ernst 1703, Friedrich Wilhelm 1739 kam es zu Übertragungen an weitere Geschwister und in der Folge zu weiteren Teilungsvergleichen bzw. mangels männlicher Erben letztlich nach gerichtlicher Auseinandersetzung auch an die einzige hinterbliebene Tochter (Friederike von Grumbkow, s. weiter unten).

1714 gab es einen erneuten Anlauf des Generalmajor Peter v. Blankensee-Wulkow und eine Classificationscommission nahm die Arbeit auf. Es entstanden Besitzer- und Bauernlisten in den Jahren 1717 und 1732, sodass für die ländliche Zeit vor 1800 gute Daten erarbeitet wurden und heute noch vorliegen. Für die sog. „Amtsdörfer“, die unter königlicher Verwaltung standen, gab es die „Praestationstabellen“, die im Jahr 1732 beginnen und im Rhythmus von sieben Jahren neu aufgestellt wurden. Neben diesen Amtsdörfern oder auch „königliche Dörfer“ genannt, gab es die „Herrendörfern“, zu denen auch Lupow gehörte.

Die aufgestellte Hufen-Klassifikation für dieses adlige Gut benennt für 1717 folgende Besitzer: 

Gutsbesitzer:  Geheimer Kriegs Rath und Vice Kommissariats Direktor Philipp Otto von Grumbkow

Bauern: à ½ Lh.: 

  1. Jürgen Nofsce
  2. Michel Pett
  3. Jürgen Plontzke
  4. Pagel Gohr
  5. Jacob Pett
  6. Hanß Wulff
  7. Christoph Knop (Krüger)
  8. Ephraim Garbe
  9. Nocolas Schultz
  10. Clemens Gesticke

Cossäthen: 

  1. Paul Döring
  2. Jürgen Hufe
  3. Hanß Orth
  4. Marten Prutz
  5. Paul Reddel
  6. Michael Silvester (Küster)

Aus der Auflistung geht hervor, dass sich Lupow zu diesem Zeitpunkt immer noch im Besitz der Familie von Grumbkow befand. Philipp Otto von Grumbkow (*12.05.1684 in Gr. Runow) war bereits seit 1713 Regierungsrat bei der Pommerschen Regierung in Stargard, 1721 wurde er Kanzler von Hinterpommern und in Stettin Oberpräsident aller Provinzialbehörden der Provinz Pommern. Auch Titel und Orden bekam er verliehen: Geheimer Etatrat (1730), Orden vom Schwarzen Adler (1739). 1747-1750 trat er aus Altersgründen von allen Ämtern zurück und starb am 26.08.1752 auf seinem Gut in Lupow, als Erbherr auf den hinterpommerschen Gütern neben Lupow: Groß Runow, Zechlin, Darsow und Varzmin. Philipp Otto war dreimal verheiratet:

  1. Ehefrau (oo 1716): Ernestine Lucie Freiherrin von Danckelmann (1692-1719).
  2. Ehefrau: Henrietta Scholastika von Schlabrendorff
  3. Ehefrau: Witwe Anna Auguste von Kochanski, geb. von Münchow

Aus den beiden ersten Ehen gingen jeweils zwei Kinder hervor:

  1. Charlotta Philippina *23.12.1717; +09.09.1741
  2. Ernestina Carolina Friederica *23.12.1718; +02.03.1799
  3. Philipp Wilhelm *23.06.1711; +21.09.1778
  4. Marie Henriette *23.06.1711; +25.03.1762.

Nach dem Tod des letzten Grumbkowschen Besitzers, des Generalmajor Philipp Wilhelm von Grumbkow in Lupow, erbt die einzige Tochter Friederike (seit 1778 bereits Witwe des preußischen Leutnants Carl Alexander von Podewils) die zahlreichen Güter des Vaters im Stolper Kreis laut Rechtsspruch vom 29.12.1779. Mit diesem Rechtsspruch war der Kurator des Leutnants Friedrich Wilhelm von Grumbkow mit seinem Anspruchsforderungen abgewiesen worden.

1784 erschien die „Ausführliche Beschreibung des gegenwärtigen Zustandes...“ für Vor- und Hinterpommern von Ludwig Wilhelm Brüggemann. Den Zustand von Lupow beschreibt er darin für folgendermaßen (S. 980ff):

1 Vorwerk
1 Korn- u. 1 Schneidemühle
1 Prediger, 1 Küster
7 Bauern
4 Coßäthen
1 Krug
1 Schmiede
1 Forsthaus
1 Posthaus
Philippshof - als neu angelegtes Vorwerk innerhalb der Gemarkung mit 4 Kossätenhöfe u. 2 Holzwärterwohnungen
48 Feuerstellen insgesamt

Außerdem beschreibt er Lupow weiter: „...fruchtbaren Acker, gute Weide, beträchtliche Holzungen von verschiedenen Arten, ergiebige Fischereien nebst dem Lachs- und Aalfange in der Lupow...“

Bevor Friederike von Podewils 1806 starb, hatte sie die Güter bereits 1800 an ihre beiden Töchter übergeben. Diese waren 1805 übereingekommen, dass alle Güter in den Besitz von Albertine Friederike Sophie von Podewils (*16.03.1773) übergehen sollten. Zu diesem Zeitpunkt war Albertine bereits mit Ernst Friedrich Otto von Bonin verheiratet und so gelangte der ehemals grumbkowsche Besitz schließlich an die Familie von Bonin.

 

3. Die Ära von Bonin auf Lupow

1794 hatte Albertine Friederike Sophie von Podewils (1773-1818) den Ernst Friedrich von Bonin geheiratet. Er war am 23.07.1761 in Obernhagen, Kreis Regenwalde als 2. Sohn des Erbherrn Friedrich Fürchtegott von Bonin (1725-1777) auf Elvershagen, Obernhagen, Niedernhagen, Karnitz u. Klein Raddow geboren. Seine Mutter Ernestine Luise Gans, Edle zu Putlitz (1733-1810) hatte Friedrich nach dem Tod seiner 1. Ehefrau Antoinette Friedericke Finck, Gräfin von Finkenstein (1734-1757) nach deren Tod geheiratet. Aus der ersten Ehe war der Sohn Otto Friedrich Fürchtegott v. Bonin hervorgegangen (*02.03.1756 in Elvershagen).

Über die Heirat und den frühen Tod mit Ehefrau Albertine v. Podewils gelangte der Lupowsche Besitz in die Nachfolge des Ehemannes Ernst Friedrich Otto v. Bonin. Sie wurde nur 45 Jahre alt und starb 1818 in Lupow; ihr Ehemann folgte ihr nach nur 4 Jahren 1822 plötzlich im Alter von 61 Jahren. 

In dem Sterbeeintrag des evangelischen Kirchenbuches heißt es (1822, Nr. 48):

„Am 27. October starb plötzlich Seine Excellenz der Kriegs-General-Lieutnant Ernst Friedrich von Bonin, ..., Gerichtsherr auf Lupow, Maltzkow, Sochow, Darsin, Zechlin, Ruhnow, Wangerske, Pottangow und eines Theils von Varzmin, er war am 23. Juli 1761 geboren, hat also sein Leben gebracht auf 61 Jahre 3 Monate u. 4 Tage. Er hat 40 Jahre im Militär gedient. Im Jahr 1790 wurde er mit seiner 1818 verstorbenen Gemahlin Albertine Friederike Sophie geb. v. Podewils vermählt, mit der er 28 Jahre in der Ehe gehabt hat. Aus dieser Ehe sind 6 Herren Söhne und 2 Fräulein Töchter erzeugt worden, aber nur 6 Söhne und 1 Tochter haben den Vater überlebt.“

Dann erfolgt die Aufzählung:
1.Eugen (1792-1866); 2.Eduard (1793-1865); 3.Otto (1795-1862); 4.Friedrich (1802-1877); 5.Julius (1805-1854); 6.Emma (1810-1856).

Einige Kinder waren bereits verstorben:
Karoline (1790-1798); Rudolf (1798-1821); Anselm (*u.+1800);

Nach dem Tod des Vaters 1822 gab es einen Erbauseinandersetzungsvertrag zwischen seinen Kindern.  1826/27 tritt Friedrich Wilhelm Bogislav v. Bonin das Erbe in Lupow, dessen Bruder Generalleutnant Otto Heinrich Ferdinand den Besitz in Darsin an.

Aus den Jahren zwischen 1822-1829 liegen Dokumente für Lupow vor aus denen die Umsetzung des Regulierungsedikts von 1811 hervorgeht.  Basierend auf den als Stein-Hardenbergschen Reformen zur Aufhebung gutsherrschaftlicher Untertänigkeit im Zuge der „Bauernbefreiung“ folgten verschiedene Umsetzungsrezesse. Grundlage bildete das Oberedikt vom 09.10.1807:

4. Hans-Jesko von Puttkammer

Schließlich übernimmt Hans Jesko von Puttkamers (aus dem Hause Bartin) den Guts- bzw. Fideikommißbesitz in Lupow. Ursprünglich hatte der sog. “Lupower Komplex” aus den Gütern Lupow, Malzkow, Sorkow, Groß Runow, Zechlin, Varzmin A, Darsin, Pottangow, Vangerske und Holzkavel Camienna (lt. Pagel) bestanden.  Hatte der gesamte Komplex gegen Ende des derer von Grumbkow auf Lupow noch 9812 ha umfasst, waren die beiden Güter Darsin und Pottangow inzwischen versiedelt. 1930 gab es noch 3500 ha zum Vererben. Außerdem hatte Hans-Jesko nach Übernahme des Majorats von seinem Großonkel Ernst von Bonin diverse Abgaben zu leisten und der Besitz schmolz weiter zusammen.

Hans-Jesko war am 03. Juni 1908 in Berlin geboren als drittes Kind des Königlich-Preußischen Leutnants und vormaligen Besitzer Reichenwalde Hans Adolf Wilhelm v. Puttkamer (1877-1915) und dessen Ehefrau Elisabeth Hedwig Julie geb. Strauß. Hans-Jesko hatte 5 Geschwister und war der Enkel von Carl Adolf Franz Rüdiger von Puttkamer auf Bartin (1842-1906) und dessen Ehefrau Elise Albertine Maria von Bonin (1850-1886). So kam also der Gutsbesitz derer von Bonin an die Familie derer von Puttkamer. Elise Albertine Maria von Puttkamer, geb. von Bonin war eine Schwester des Vorbesitzers und Majoratsherren Ernst Friedrich Fürchtegott von Bonin. Bei Carl Adolf v. Puttkamer handelte es sich um ihren zweiten Ehemann. In erster Ehe hatte sie am 26.09.1871 auf Schloss Canitz in Lupow Alphons Joseph Emerich von Domin-Petruschevecz geheiratet. Einen Monat später starb er am 20.10.187 an Hirnschlag. Elise heiratet am 08.07.1874 in Stolp ihren zweiten Ehemann v. Puttkamer.  Viel Leid war über die Familie gekommen, dazu gehörten plötzliche oder frühe Tode und auch Kinderlosigkeit.

1935 waren die Erb- und Besitzauseinandersetzungen noch nicht endgültig geklärt. Für das bereits weiter oben erwähnte Grundstück lautet die Eintragung von 1935 In der Zweiten Abteilung („Lasten und Einschränkungen“):

„Ein Widerspruch gegen die Eintragung des Eigentums des Hans Jesko von Puttkamer in Lupow zu Gunsten des Alloidalerben des vor ihm eingetragenen Rittergutsbesitzers von Bonin zu Lupow. Die Eintragung des Widerspruchs gründet sich darauf, daß nicht feststeht, ob das Grundstück schon jetzt zum Fideikommiß gehört. Eingetragen am 13. März 1935.“

Und für 1937 gibt es im Grundbuch von Lupow, Band 4, Blatt 65 den folgenden Eintrag:

Hans-Jesko v. Puttkamer: „Auf Grund der Bescheinigung des Auflösungsamtes Stettin vom 18. Juli 1931 als Fideikommissnachfolger eingetragen am 15. Mai 1937.“

1939 umfasste das Gut noch 1915 ha, davon (lt. Güteradressbuch):
- 670 ha Ackerland
- 30 ha Grünland 
- 12 ha Unland
- 1163 ha Wald
- 38 ha Umland und Wege
- 14 ha Wasserflächen

Wiesenberg, vormals Vangerske (zu Groß Runow) wurde an Achim von Zitzewitz verkauft.

Zum Gut gehörte außerdem folgender Viehbestand:
- 40 Pferde
- 135 Stück Rindvieh
- 600 Schafe
- 150 Schafe

Hans-Jesko von Puttkamer heiratete am 08.05.1940 in Darmstadt: Rosemarie Christiane Michel. 1942 wurde er Soldat und kam am Ende des Krieges in amerikanische Gefangenschaft. Danach nahm er seinen Wohnsitz in Schleswig-Holstein und wurde dort kaufmännisch tätig. Er starb 1966 in Freiburg.