Stolper Kalenderblatt

Wer knackt die Weihnachtsnuss 2011?

von Henry Kuritz (Kommentare: 1)

Weihnachtsschimmel

Ein Gemälde des Malers Otto Priebe und ein Foto zu weihnachtlichen Volksbräuchen zeigen erstaunliche Ähnlichkeiten. Wer aber sind die abgebildeten Personen? Eine echte Weihnachtsnuss für Heimat- und Familienforscher, die es zu knacken gilt! Aber der Reihe nach und damit zunächst zu dem Foto:

 

Das Foto wurde 1941 in einem Buch zu den zwölf Nächten im ostpommerschen Volksleben abgedruckt (W. Eisermann: Die zwölf Nächte im ostpommerschen Volksleben, Stettin 1941, S. 24). Es zeigt einen Weihnachtsschimmel und Begleiter in Bochowke bzw. Hohenlinde. Mehr ist darüber im Moment leider nicht bekannt. Ein Digitalisat dieses Buches kann in der Westpommerschen Digitalen Bibliothek eingesehen werden.

 

Offenbar ist das Foto aber bereits vor 1938 aufgenommen worden, denn es scheint dem bekannten Stolper Maler Otto Priebe (1886–1945) als Vorlage für sein Ölgemälde „Pommerscher Schimmelreiter“ um 1938 gedient zu haben. Vergleicht man beide Darstellungen, so fallen nicht nur Übereinstimmungen bei den Personen, Körperhaltungen, Kleidungen auf, selbst die Stellung des Akkordeons ist durch den Maler in seine fröhliche Winterlandschaft bis ins Detail hinein übernommen worden. Das Gemälde befindet sich heute im Mittelpommerschen Museum in Stolp und ist auch in einem Ausstellungskatalog aufgeführt: Otto Priebe Wystawa Monograficzna w 110 Rocznicę Urodzin (Monographische Ausstellung zum 110. Geburtstag). Bisher geht man wohl davon aus, dass der dargestellte Umzug in Rumbske spielt. Aber weisen die Figuren nicht auf einen anderen Ort hin? Oder ist dies der künstlerischen Freiheit des Malers geschuldet? Wurden die Figuren also vom Foto für das Gemälde durch einem Kunstriff in den Umzug nach Rumbske adaptiert?

 

Und vor allem, wer mögen wohl die Personen auf beiden Bildern in der Wirklichkeit gewesen sein, der Akkordeonspieler, aber auch die verkleideten Akteure. Ob es Menschen gibt, die diese Personen noch identifizieren können? Welche Geschichten mögen dahinter stecken? Welche Namen hatten sie? Wo lebten sie und was wurde aus ihnen? Ja, gibt es vielleicht sogar Nachkommen und weitere Fotografien von diesem lustigen Treiben? Wer kann etwas dazu berichten und Anhaltspunkte geben?

 

Konnten wir Ihr Interesse und Ihren Forschergeist wecken? – Wir sind gespannt, ob sich hierzu noch etwas herausfinden lässt und welche Wege Sie dabei beschreiten.

 

Hinweise bitte an:

 

Frohe Weihnachten wünscht Ihnen und Ihren Familien das Team von Stolp.de!

 

24.12. Einen ersten Hinweis sendete uns Thomas Schlager: „Ich habe ein Foto (inkl. Beschrifung der Personen) mit dessen Hilfe ich den Akkordeonspieler als Emil Skibbe (Onkel von Kurt Kuschel, †) identifizieren würde.“

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Kommentar von Sellheim, Isabel |

Da kennen Sie Otto Priebe schlecht. Dieser Maler hat nie nach Fotovorlagen gearbeitet,(lediglich beim Bild von Heinrich v. Stephan als Ehrenbürger von Stolp). Die Gestalten sind als Typen immer gleich gewesen, in Kleidung wie in Haltung, darum diese Ähnlichkeit in Foto und Bild.Wie ich im Katalog zur Ausstellung Otto Priebe geschrieben habe, ist belegt, dass es sich um den Umzug in Rumbske handelt, "man geht also nicht davon aus." Wenn ich Zeit habe, werde ich die Namen der Personen in dem polnische Katalog von 1995, den ich genannt habe, "nachliefern".