Glücksmomente in der Ortsforschung

von Rainer Steingäber (Kommentare: 0)

mit freundlicher Genehmigung lutz-seeber-archiv

Mich erreichte dieser Tage ein Dankschreiben per E-Mail ;-))

 

Herr Lutz Seeber teilte mir Ende Januar 2021 hocherfreut mit, dass seine Mutter Helgard, geb. Raddatz sehr glücklich gewesen ist, als Sie von ihrer Jugendfreundin Ursel Lüdtke, geb. Erdtmann erfuhr, dass man Informationen zu Ihrem Kunsow auch im Netz finden kann.

Lutz Seeber hatte sich seinen freien Tag eigentlich anders verplant, konnte dann aber nicht umhin, die Informationen auf unserer Seite Stolp.de für seine Mutter zu öffnen.

Vieles was dort bereits durch Reinhard Papenfuß und Wally Höppner im Jahre 2013 aufgeschrieben wurde, kannte sie aus ihrem eigenen Erleben. Anschließend ging es noch via Goggle Earth einmal entlang der Hauptstraße durch quer durch das heutige Kończewo.

Inzwischen haben wir schon telefoniert und ich konnte eine kleine Unstimmigkeit im bisherigen Ortsplan bezüglich ihres Wohnhauses und der korrekten Familiennamen aufnehmen und bereits abstellen. 

Als Helgard mit Ihrer Familie 1947 ihr Heimatdorf verlassen musste, kamen Sie und ihre Freundin zwar in den gleichen Transport, aber nicht auf den selben Güterwagen.  Mittig in der Wagenreihung fuhr ein Leichenwagen mit, dessen Notwendigkeit aus den Erfahrungen vorheriger Transporte zwingend erforderlich war. 

Die Sterblichkeitsrate war durch Auswirkungen von Krieg und Krankheiten immer noch sehr hoch und viele erreichten das Ziel in der Neuen Heimat leider nicht mehr.

Was beiden Freundinnen nicht klar war, dass auf deutschem Boden der Zug genau in dieser Mitte geteilt wurde und die eine Hälfte der Wagen fuhr in den Osten nach Artern und die andere Hälfte in das Ruhgebiet im Westen Deutschlands.

 

So haben sich Beide erst nach 1990 wiedersehen können, gegenseitig besucht und stehen im regelmäßigen Telefonkontakt.

 

Ihr Vater Hubert Raddatz hat den Krieg als Sanitäter vom ersten bis zum letzten Tag erlebt und auch eine russische Gefangenschaft ist ihm nicht erspart geblieben. Er konnte über das Rote Kreuz seine Familie ausfindig machen und ebenfalls in die neue Heimat entlassen werden.

 

Ich habe auch einige Fotos von der Familie Raddatz bekommen, die ich für die Ortsbeschreibung verwenden darf.

Es lohnt sich also mal wieder auf der Seite von Kunsow vorbeizuschauen.

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