Dorfleben in Malzkow

Lage, Landschaft und Verkehr

Malzkow war ein unscheinbarer Ort der 2 ¾ Meilen südostwärts von Stolp und ca. 25 Kilometer von der Ostseeküste entfernt lag. Die asphaltierte Straße von Spitzkrug nach Schwarzdamerkow, welche später ein Teil der Reichsstraße 2 war, führte mit einer leichten Kurve durch den Ort, der nicht von besonderer Schönheit geprägt war. Auf beiden Seiten der Straße befanden sich Gräben.

 

Die Landschaft bestand überwiegend aus Mooren, Wäldern und Feldern, auf denen der Ackerbau für das Gut und dessen Besitzer betrieben wurde. Auf diesen Feldern wurde u.a. Kartoffeln für die ortsansässige Brennerei angebaut.

 

Den Hauptort Lupow, wo alle notwendigen Einrichtungen wie Ärzte, Postamt und Kirche beheimatet waren, war zu Fuß gut zu erreichen. Um in die Kreisstadt Stolp zu kommen, gab es die sogenannten Postkraftbusse, die morgens die Reisenden sowie Arbeiter nach Stolp brachten und nach Arbeitsende eben diese wieder auf die umliegenden Orte, auch nach Malzkow, zurück transportierten. Für andere weitere Reisen stand die Eisenbahn zur Verfügung. Nördlich des Ortes verlief die Bahnlinie von Stettin nach Danzig. Bahnhöfe waren in den Orten Stresow bzw. Pottangow vorhanden. Von letzterem bestand ebenfalls eine Postbusverbindung nach Malzkow.

 

In der Kriegszeit waren in Malzkow auch Gefangenen-Lager eingerichtet. Es gab jeweils ein Lager für amerikanische und für französische Gefangene mit insgesamt ca. 20 Insassen. In diesen Lagern waren keine Zwangsarbeiter aus anderen von deutschen Truppen besetzten Gebieten beheimatet. Die Gefangenen arbeiteten meist Seite an Seite mit der Bevölkerung auf den Feldern des Gutes. Weiterhin bekamen die Amerikaner von Ihren Verwandten aus der Schweiz Pakete zugesandt, die meistens Kaffee, Bonbons, Schokolade, Zigaretten und andere Leckerbissen enthielten. Manche Gefangenen verschenkten sogar hin und wieder Süßigkeiten an die Kinder des Dorfes.

Das Dorf

Das Bild des Dorfes war neben den Gebäuden die zum Gut gehörten, geprägt von den Ziegelhäusern in denen die Dorfbewohner lebten. Alle Häuser hatten ein Giebeldach, welches mit Dachziegeln versehen war. Die meisten dieser Häuser waren Zweifamilienhäuser, welche mit der längeren Seite der Straße zugewandt waren. Die Häuser hatten einen Schuppen für Kleinvieh und ein Nebengebäude für Kühe oder anderes Großvieh. Alle Familien hatten verschiedenste Tiere die sie versorgen mussten. Dies ging von Kühen über Schweine bis hin zu Geflügel, Katzen und Hunden. Um diese Tiere und den eigenen Lebensunterhalt bestreiten zu können, wurde jeder Familie ein Stück Land zugeteilt, welches sie für ihren eigenen Bedarf bewirtschaften konnte.

 

Weitere Einrichtungen im Ort waren ein Dorfbackofen, eine Kalklöschgrube, eine Milchbank von wo die Milch der Dorfkühe in die Molkerei nach Stolp gebracht wurde und eine Dorfpumpe von  wo die Dorfbewohner ihr Trinkwasser bekamen. Für sportliche Aktivitäten gab einen Sportplatz und einen Schießstand, welcher für Schießübungen genutzt wurde. Mittelpunkt des Ortes war das Gut mit seinen Stallungen und Scheunen sowie dem angrenzenden Park. Dem Gut angegliedert war eine Brennerei welche im Jahr 1883 errichtet wurde.

Postkarte von Malzkow
Postkarte von Malzkow

Ein typisches Dorfhaus

Wie eben schon beschrieben bestanden die Häuser aus Ziegelsteinen und einem angrenzenden Schuppen bzw. ein Nebengebäude für Klein- und Großvieh. Im Inneren der Häuser gab es mehrere Schlafstuben für Eltern, Kinder und andere im Haus lebende Personen. Eine Küche mit Ofen, einem Küchenschrank für Geschirr, Töpfe und andere Küchengegenstände sowie einem Tisch mit den zugehörigen Stühlen. Einige Häuser hatten auch eine Räucherkammer, in der zahlreiche Leckereien hergestellt werden konnten. In der sogenannten Familienstube, in der die meisten abendlichen Aktivitäten stattfanden, befanden sich ein Ofen mit einer Ofenbank und teilweise auch ein Plattenspieler oder Radio. In den 40er Jahren waren ein Großteil der Malzkower Häuser mit elektrischem Strom versorgt, so dass Plattenspieler und Radio sowie die Beleuchtung elektrisch betrieben werden konnten.

 

Der Fußboden in der Küche, der Familienstube und teilweise auch in den Schlafstuben waren mit Ziegelsteinen ausgelegt, da Dielenböden bei den getragenen Holzpantoffeln bzw. Holzschuhen zu sehr beansprucht worden wären. Dielenböden, welche dann mit Teppich ausgelegt worden waren, befanden sich hauptsächlich in Schlafräumen wo mehrere Personen nächtigten. Die Ziegelböden wurden einmal wöchentlich gesäubert und anschließend mit sauberem Sand bestreut. Der Sand wurde aus hygienische Gründen eingesetzt, denn beim Ausfegen der Stube nahmen die Sandkörner z.B. Speisereste mit und hielten dadurch die Böden sauber. Die Wände waren meist mit einem farbigen Muster versehen, welches mit Hilfe eines mit Farbe getränkten Lappens auf die Wand aufgebracht wurde. Vor den Fenstern befanden sich meist weiße Gardinen.

 

Weiterhin gehörte zu den meisten Häusern noch ein Gemüsegarten, teilweise ein kleiner Blumengarten, ein oder mehrere Schuppen wo Werkzeuge und andere Hilfsmittel sowie zum Teil Torfbriketts eingelagert waren. Bereiche dieser Schuppen wurden u. a. für die Geflügelhaltung verwendet. Um auch im Winter mit Lebensmitteln versorgt zu sein, gehörte zu jedem Haus ein winterfester Vorratskeller, in dem Teile der Gemüseernte sowie eingemachte und getrocknete Früchte vor Frost sicher waren. Das stille Örtchen war meistenteils ein Holzverschlag, der in der Nähe des Misthaufens stand.

Das tägliche Dorfleben

Das Leben der Dorfbewohner hatte einen geregelten Ablauf. Als erstes standen morgens die Älteren des Dorfes auf und versorgten das Vieh mit Futter und erledigten den größten Teil der Hofarbeit wie Kühe melken und den Stall säubern. Die Kühe wurden nach dem  Melken auf die Dorfstraße getrieben. Von dort trieb der Kuhhirte alle Kühe auf die Weide. Anschließend mussten die Älteren des Dorfes die Arbeiten verrichten, die Ihnen zugeteilt waren: die Arbeit auf dem Feld, das Führen des Haushaltes oder die Arbeit als Mitarbeiter des Roten Kreuzes. Zur Mittagszeit kamen die Kühe ins Dorf zurück und mussten erneut gemolken werden. Ein drittes Mal wurden die Kühe am Abend, nach einigen weiteren Stunden auf der Weide, gemolken. Nach dem Abendessen versammelte sich die ganze Familie in der Wohnstube und verrichtete dort noch weitere kleinere Arbeiten wie Wolle spinnen oder Socken stopfen. Auch Besen wurden von jeder Familie aus Birkenreisig selber hergestellt.

 

Alle Lebensmittel die man nicht selber herstellen konnte, wie z.B. Zucker, konnten in Lupow in einem Lebensmittelgeschäft erworben werden. Auch ein Postamt befand sich in Lupow, später gab es ein weiteres in Neu-Malzkow. Die Kirche und andere behördliche Einrichtungen waren in Lupow beheimatet.

 

Butter, die gegen Kriegsende nicht mehr selber hergestellt werden durfte, sollte ebenfalls in den Geschäften erworben werden. Allerdings fanden die meisten Dorfbewohner Mittel und Wege dieses Verbot zu umgehen. Natürlich durfte niemand der Nachbarn von diesem Rechtsbruch erfahren.

 

Brot wurde ebenfalls selber hergestellt. Alle zwei Wochen, teilweise auch jede Woche, war Backtag am Dorfbackofen. Aus Mehl, geschälten und gekochten Kartoffeln, Wasser, Milch, Salz und Sauerteigkulturen wurde ein Teig hergestellt, der dann über Nacht ruhen musste. Am nächsten Morgen wurden aus dem Teig Brotlaibe geformt, die im Dorfbackofen gebacken wurden. Das Brot musste dann bis zum nächsten Backtag ausreichen.

 

Einige Arbeiten waren saisonbedingt und konnten nur zu bestimmten Zeiten ausgeführten werden. Zu Beginn des Jahres wurde, je nach Witterung, der angefallene Stallmist von den einzelnen Häusern abgeholt und auf den Feldern verteilt.

Im Frühling war die Zeit des Säen und Setzen. Kartoffeln, Zuckerrüben, Getreide, etc. mussten auf die Felder gebracht werden. Alle weiteren Arbeiten wie Pflügen folgten darauf. Auch das Scheren der Schafe stand an. Die dabei anfallende Wolle wurde gewaschen und zu Fäden gesponnen.

 

Je näher der Sommer kam, musste schon damit angefangen werden für den Winter vorzusorgen. Um im Winter Futter für das Vieh zu haben, begann man schon früh damit Heu zu machen und dieses auf dem Heuboden einzulagern. Auch für das leibliche Wohl der Einwohner über die Wintertage musste gesorgt werden. In den Wäldern rund um Malzkow gab es viele Blaubeersträucher. Wenn die Zeit gekommen war, wurden die Kinder nachmittags in den Wald geschickt, um die Beeren zu pflücken. Je näher der Herbst kam, um so mehr Obst wurde reif. Birnen und andere Köstlichkeiten wurden eingemacht und getrocknet, um diese für den Winter haltbar zu machen.

 

Neben dem Anhäufen der Vorräte musste Feuermaterial für die kalten Winter herbeigeschafft werden. Tannenholz wurde per Wagen zu den einzelnen Höfen gebracht und dort zersägt und aufgespalten, so dass es zum Heizen geeignet war. Neben Holz war Torf für die Bewohner ein bevorzugtes Heizmittel. Kohle gab es im tiefsten Hinterpommern so gut wie gar nicht. In einem der Nahe gelegenen Moore wurde Torf gestochen. Mit speziellem Werkzeug wurden ziegelartige Stücke aus der Moorwand herausgemacht, welche dann von der Sonne getrocknet wurden. Diese getrockneten Torfstücke wurden auf die Haushalte verteilt.

 

Der Herbst nahte und damit stand eine der arbeitsreichsten Zeiten des ganzen Jahres an, die Erntezeit. Getreide und Zuckerrüben konnten in Malzkow selber nicht verarbeitet werden. Daher wurden sie in andere Teile des Kreises „exportiert“ um daraus Mehl bzw. Zucker zu gewinnen. Die angebauten Kartoffeln hingegen wurden in der zum Gut gehörenden Brennerei verarbeitet. Während der Erntezeit wurden alle Hände benötigt. Die Ältesten, die nicht mehr die Kraft zur Erntearbeit hatten, blieben zu Hause und kochten Essen. Die Jüngsten, die noch nicht in der Lage waren bei der Ernte zu helfen, brachten das Essen auf die Felder. Neben der Arbeit für das Gut musste noch die eigene Ernte eingefahren werden, die nicht nur geerntet, sondern auch winterfest gemacht werden musste. Hierfür wurde Laub gesammelt, was Kartoffeln vor leichtem Frost schützen sollte. Aus den geernteten Zuckerrüben wurde Sirup gekocht, welcher als Zuckerersatz bzw. als Brotaufstrich diente.

 

Der Frühwinter bedeutete Schlachtzeit. Auch in dieser Zeit unterstützten sich die Familien gegenseitig, in dem sie von Haus zu Haus zogen. Der Schlachter für Großtiere, z.B. Schweine, war der Dorfschmied. Es wurden damals alle Teile des geschlachteten Tieres verarbeitet. Aus Schweineknochen wurde Seife hergestellt, die Därme für Wurst gereinigt, das Fleisch gepökelt. Die Federn des Geflügels wurden für Decken und Kissen verwendet und das Fleisch ebenso gepökelt oder geräuchert.

Besondere Anlässe und Glauben

Natürlich gab es auch in Malzkow Anlässe zum Feiern. Eine Hochzeit war ein solcher Grund. Zunächst wurde in der festlich geschmückten Lupower Kirche die Hochzeit vollzogen. Im Anschluss daran wurden alle Gäste zum Standesamt gebracht, wo dann, nach den Formalitäten, ein Gruppenfoto durch einen Fotografen aufgenommen wurde. Danach wurde die ganze Gesellschaft nach Malzkow gebracht, um dort in der jeweiligen Wohnstube der Familie das Hochzeitsmahl einzunehmen. Im Anschluss an das Mahl wurden Tische und Stühle bei Seite gestellt und somit eine große Fläche geschaffen, auf der zur Musik einer Tanzkapelle getanzt werden konnte. Die Schlafstube wurde zur Theke umfunktioniert, wo die Getränke für die Gäste ausgeschenkt wurden. Für die Kinder des Ortes waren diese Festlichkeiten immer eine willkommene Abwechslung auch wenn sie nicht eingeladen waren. Diese scharrten sich vor den Wohn- und Schlafstubenfenstern und schauten dem Treiben im Haus zu.

 

Ein weiteres, allerdings trauriges Ereignis waren die Beerdigungen. Natürlich waren diese nicht so feierlich wie eine Hochzeit. Der Tote wurde von einem zum Gut gehörenden Leichenwagen von zwei Pferden zur Kirche gebracht. Der Leichenwagen war reichlich verziert und die Pferde waren mit schwarzen Umhängen geschmückt. Die Bestattung fand nach der Kirche in Lupow meist auf dem Friedhof in Malzkow oder in Lupow selber statt.

 

Der Glauben war für die evangelische Bevölkerung von Malzkow sehr wichtig. Den Kindern wurden schon früh Gebete beigebracht, welche die Kinder vor dem zu Bett gehen aufsagten. Auch in der restlichen Erziehung wurde großen Wert auf christliche Inhalte gelegt und bei jeder Gelegenheit wurden die religiösen Inhalte vertieft.

 

Zu den Feiertagen wie z. B. Weihnachten gab es für die Kinder, nachdem sie Gedichte aufgesagt hatten, Geschenke. Da ein Mangel an Büchern herrschte, wurden Strophen von Weihnachtslieder auswendig gelernt. Zu Weihnachten gab es einige Bräuche in Malzkow z. B. verkleideten sich einige Dorfbewohner und gingen von Haus zu Haus, um böse Geister zu vertreiben. Auch an anderen Feiertagen wurden Bräuche gepflegt. Zu Ostern fand eine Ostereiersuche statt. An Pfingsten wurden Birkenzweige an die Hauswände genagelt.

Besondere Ereignisse

Malzkow war ein wirtschaftlich geführtes Gut. Leider sind aus der Zeit vor 1945 wenige besondere Ereignisse übermittelt. Einen dieser besonderen Tage beschreibt Paul Scharnofske in der Januar-Ausgabe des Stolper Heimatblattes von 1958.

 

Die Schule war neben einer Lehranstalt das kulturelle Zentrum von Malzkow. Es wurde verstanden, die festgelegten schulischen Kenntnisse, aber auch gleichzeitig die allgemein geforderten und angestrebten Leistungsideale zu vermitteln. Dieses Zusammenspiel von Schule und Gesellschaft funktionierte in Malzkow aufgrund eines eigenen Weges sehr gut. Dem eingeschlagenen Weg wurde selbst von höchster Stelle Anerkennung verliehen. Die Schule bekam vom damaligen Regierungs- und Schulrat Dr. Lohrer, dessen Sitz Köslin war, die sogenannte Regierungsfahne verliehen. Diese Fahne wurde einmal im Jahr an eine Schule des Regierungsbezirkes verliehen.

 

Im Juni des Jahres 1914 war es soweit. Die ca. 70 Schüler der Malzkower Schule hatten vor dem Portal des Gutes Aufstellung bezogen. Der Geheimrat überreichte nach seiner Rede die Fahne an den Schulverbandsvorsteher Herrn Richard Beyer. Dieser vertraute diese nach einigen wohlgewählten Worten dem Ortslehrer an. Anschließend stand die sogenannte Fahnennagelung an. Diese wurde von Frau Käthe Beyer, dem stellvertretenden Gutsvorsteher Otto Wuske und durch den Lehrer vorgenommen. Den Abschluss der Fahnenverleihung bildete ein Umzug durch den Park des Gutes, welcher von der Schülerkapelle angeführt wurde. Nach der feierlichen Fahnenweihe konnten die Kinder in verschiedenen Spielen und Wettkämpfen Preise erringen und wurden abschließend mit Kakao und Kuchen versorgt.

 

Den Abschluss der Feierlichkeiten bildete am Abend der Schulzug, welcher durch die Gassen marschierte und voller Stolz die neue Schulfahne präsentierte. Diese Fahne war der der preußischen Soldaten in den Freiheitskriegen (1813-1815) nachempfunden und war mit dieser Inschrift versehen: „Mit Gott für König und Vaterland. - Schule Malzkow 1813-1913“.

Dieses Ereignis blieb den Anwohnern von Malzkow noch sehr lange in Erinnerung. (Scharnofske 1958: 4-5)

Vertreibung und Nachkriegszeit

Ende 1944 zogen die ersten großen Flüchtlingszüge durch Malzkow. Diese kamen und blieben teilweise für eine Nacht im Ort. Die Flüchtlinge übernachteten in den Scheunen und Ställen der Anwohner. Die Todesnachrichten häuften sich und Verwundete wurden aus dem Lazarett in ihre Heimatorte entlassen.

 

Am 08. März 1945 gaben die in Malzkow stationierten SS-Einheiten dem Bürgermeister den Befehl das Dorf aufzugeben und zu fliehen. Die russischen Truppen näherten sich dem Ort aus Richtung Stolp. Daher setzte sich der Flüchtlingstrom von Malzkow aus über Lupow, Grumbkow und Darsin in Richtung Pottangow in Bewegung. Die russischen Truppen hatten die meisten Dorfbewohner bereits in Darsin eingeholt. Einige Familien schafften es bis Pottangow und Schurow.

 

Vier Familien gelang die Flucht über die Hafenstadt Gotenhafen. Bei dieser Flucht starben insgesamt 5 Dorfbewohner, unter ihnen der Förster Glowka und der Gespannführer Westphal. Die meisten Dorfbewohner kehrten nach Malzkow zurück, welches von den SS-Einheiten ohne größere Kampfhandlungen aufgegeben wurde.

 

Nach der Besatzung durch die russischen Truppen wurden zahlreiche Gehöfte zerstört, die Frauen wurden vergewaltigt und Krankheiten wie Typhus brachen aus. Die Ausweisung der ersten Dorfbewohner begann bereits im Jahr 1945. Im Jahre 1951 lebte immer noch die Hälfte der ehemaligen Dorfbewohner in Malzkow. Nach der Übergabe des Gutes von den Russen an die Polen wurden die letzten Bewohner ebenfalls aus Malzkow ausgewiesen.

 

Auch die Nachkriegszeit ging nicht spurlos an Dorf und Gut vorbei. Es kam immer wieder zu Bränden. Unter anderem wurden dabei der zum Gut gehörenden Stall, die Scheune, der Speicher und die Brennerei zerstört. Im Jahre 1958 wurde von der Regierung ein Wiederaufbauplan beschlossen, der aber bereits ein Jahr später wieder zurückgezogen wurde, weil die benötigten Baustoffe nicht vorhanden waren.

Zurück