Lüllemin heute

Lüllemin hat auch mit dem leicht abgewandelten polnischen Lulemino den ungewöhnlichen, schönen Klang des Ortsnamen bewahrt. Manche Gebäude dort sind verfallen oder gänzlich verschwunden, andere erhalten, wieder hergerichtet oder sogar dem Verfall entrissen und sorgfältig restauriert wie die alte Mühle. Vor gut zwei Jahren kaufte sie das junge Ehepaar Grocholski und bemühte sich zum allergrößten Teil in erheblicher Eigenleistung und mit Erfolg, das alte Haus wieder in seinen ursprünglichen Zustand zu versetzen. Es ist für sie nicht einfach ihr Wohnhaus, sondern ein Haus mit einer deutschen Geschichte, über die sie möglichst viel erfahren wollen.
Das heutige Lulemino, das zur Gemeinde Kobylnica/Kublitz gehört, hat mit 106 Einwohnern im Jahr 2008 nur etwa ein Drittel der Bevölkerung von 1939 (313). Da das Dorf sehr günstig zur Stadt liegt, rückt es in letzter Zeit immer mehr in den Blickpunkt als dauernder oder zeitweiliger Wohnort, wie die steigenden Grundstückspreise zeigen. Die 1939 errichtete Schule hat sich z. B. ein Geschäftsmann als Sommeraufenthaltsort für die Familie eingerichtet.
Geändert hat sich die dörfliche Struktur insofern, als dort landwirtschaftliche Betriebe fehlen, die für den Markt produzieren. Die Bewohner arbeiten in Slupsk, Kobylnica und an anderer Stelle oder in den im Ort angesiedelten Firmen. Es gibt zwei Fischzuchtanstalten (Forelle und Lachs), die die Fische auch exportieren, ferner einen Betrieb, der Brandschutzeinrichtungen herstellt, und ein Unternehmen, das Dienstleistungen in Haus und Garten anbietet. Den alltäglichen Bedarf der Bewohner sichern drei kleine Geschäfte wie z. B. das in der ehemaligen Molkerei.